Idee

Die Theorie über das Lernen von Musik (Music Learning Theory) wurde von Edwin E. Gordon (South Carolina University, USA) entwickelt. Sie gründet auf fast  50 Jahren Beobachtung und Forschung. Sie beschreibt, wie ein Kind von den ersten Lebenswochen an Musik lernt.

Es gibt viele Parallelen zum Erlernen der Muttersprache. Die bambam-Kurse sind nach diesen Erkenntnissen aufgebaut. So wie die Kinder von Anfang an ihre Eltern  reden hören, zuwendungsvoll und in einer starken Beziehung zu ihm, singe ich zu den Kindern. Die Kinder können ihr eigenes musikalisches Denken aufbauen und beginnen ihre „Audiation“ zu entwickeln.  Audiation ist ein von Gordon entwickelter Begriff und beschreibt sozugangen das „Denken in Musik“.

 

Häufige Fragen:

Warum so früh?

Wir werden alle mit einer gewissen Bereitschaft Musik zu lernen geboren. Wir lernen in unserem Leben nie mehr so viel wie in den ersten Monaten nach der Geburt.  Wie beim Erlernen der Muttersprache ist es auch bei der Musik wichtig, eine anregende Umgebung zu schaffen, damit sich dieses Potenzial ganz entfalten kann und nicht zugunsten etwas anderem aufgegeben wird. Ziel der bambam-Kurse ist nicht das Fördern von Hochbegabung, sondern durch Musik mit dem Kind in Beziehung zu treten und jedes Kind in seinem individuellen musikalischen Lernprozess zu unterstützen und zu fördern.

 

Warum Lieder ohne Worte?

Während der Kurse werden melodische und rhythmische Lieder ohne Worte gesungen auf neutralen Silben PAM oder BAM. Wir verzichten auf Texte, weil die Sprache von den Kindern sonst ab einem bestimmen Alter vorrangig wahrgenommen werden würde. So fokussieren wir die Aufmerksamkeit verschiedenen Aspekte der Musik. Der Gebrauch der Silbe PAM oder BAM unterstützt das Kind beim Entdecken seiner eigenen Singstimme.

 

Warum ist die Bewegung frei und nicht strukturiert?

Die Kinder sind frei sich zu bewegen und den Raum zu entdecken, jedes wie es möchte. Ein wichtiger Punkt in der Music Learning Theory von Gordon ist, dass die Musik auch über den ganzen Körper gelernt wird. Dies nicht indem wir zum Beispiel die Kinder anleiten, im Takt in die Hände zu klatschen, sondern indem wir sie aufmuntern sich frei fliessend zur Musik zu bewegen, schwer-leicht, weit-nah und langsam-schnell zu entdecken.

 

Warum benutzen wir in den bambam-Kursen keine Instrumente?

Die Stimme ist unser „erstes Instrument“. Dieses „Instrument“ besitzt auch das Kind und beginnt es zu entdecken und zu koordinieren.

 

Die Bedeutung der Stille

Wie der bewusste Gebrauch von Atem, Körper und Stimme ist auch die Stille ein  wichtiger Bestandteil der bambam-Kurse. In den stillen Momenten geben wir den Kindern die Möglichkeit der Musik „nachzuhören“ und ihre Audiaiton zu entwickeln und wir geben den Kindern Raum auf die Musik zu reagieren mit ihrer Stimme oder ihrem Körper.

 

Was für Lieder werden für die Kinder gesungen?

Die Merkmale gesungenen Lieder (rhythmische und melodische) sind: Kurz; das Kind soll in der Lage sein, die Identität des Liedes zu erfassen. Abwechslungsreich; in verschiedenen Modi und Metren. Das Kind lernt am besten, wenn es ein grosses Repertoire einer Auswahl kennt. (Man zeigt dem Kind auch nicht nur die Farbe rot, sondern alle Farben.) Komplex; nicht im Sinne von kompliziert, sondern dass tonale Entscheidungen möglich sind. Wiederholt; das Kind braucht Wiederholungen, um eine Vertrautheit mit den Liedern aufzubauen.

 

Pattern

Nach den Liedern singt die Leitern melodische oder rhythmische Muster, sogenannte „Pattern“, für die Kinder. Diese sind auf den Inhalten der Liedern aufgebaut und variieren je nach Lernstand der Kinder.

 

Die Reaktionen der Kinder

Die Reaktionen der Kinder (Bewegungen, Laute, Geräusche, …) werden von der Leiterin sorgfältig entgegengenommen und gespiegelt. Es zeigt dem Kind, dass es wahrgenommen und „gehört“ wird.

 

Rolle der Eltern

Die Eltern (Bezugspersonen) haben eine wichtige Rolle in den bambam-Kursen. Sie sind Modell beim Lernen der Musik und stehen im engster Beziehung zum Kind. Sie beteiligen sich mit Körper und mit der Stimme beim Singen von Begleitstimmen.

 

Jedes Kind hat sein eigenes Tempo

Jedes Kind hat sein eigenes Lerntempo und es ist sehr wichtig, dies zu respektieren. Die Reaktionen von den Kindern auf die Musik und die Gruppe können ganz unterschiedlich sein.