Erster

 

aus Donata Elschenbroich:
„Weltwissen der Siebenjährigen – Wie Kinder die Welt entdecken können“

Aus der Liste des Weltwissens für Siebenjährige:
Jedes Kind sollte seine Singstimme gefunden haben.
Jedes Kind sollte sich selbst als Musikinstrument erfahren haben und mit einem Musikinstrument in einen Dialog getreten sein.
Jedes Kind sollte in den ersten sieben Jahren einen Rhythmus in den Füssen spüren können, eine Echo hören oder erzeugen, Lärm bis zur Schmerzgrenze erlebt haben.
Jedes Kind sollte die Stille als einen Teil von Musik erfahren haben.

Ein interessantes Buch, das zum Nachdenken anregt.
Hier ein paar Sätze aus dem Kapitel: „Die Stille als Teil der Musik“

Das Ohr ist das am frühesten ausgebildete Sinnesorgan des ungeborenen Kindes. Jeder Mensch ist mit der Erfahrung von Rhythmus geboren, dem Herzschlag der Mutter, und mit einem Musikinstrument, der Stimme.

„Nicht musikalisch“ zu sein ist erlernt. Wenn Musik eine elementare Ausdrucksform der Menschen ist, haben viele Kinder in Deutschland (Schweiz?) also ein Problem. Was würden wir sagen, wenn ein Kind nicht sprechen gelernt hat? Jemand muss etwas versäumt haben – die Eltern, oder die Gesellschaft, haben versäumt, im Kind diese menschliche Fähigkeit zu aktivieren.

Musik ist nicht nur lustig. Als Albert Schweizer mit acht Jahren zum ersten Mal Orgelspiel hörte, musste er sich an der Wand anlehnen, um nicht umzufallen. Musik ist nicht nur harmonisch, sie ist oft zuviel für uns, mehr als wir getragen können. Ein transzendentales Erlebnis für die Kindheit, da ist kein Begriff genug.
Der munter harmlose Umgang mit Musik ist eine Beleidigung der Musik und er Kinder. nur das ganze Kind kann etwas wissen und nur die ganze Musik ist Musik. … Das Herzklopfen, ein Machtrausch beim selbst erzeugten crescendo. … Die Pause, die Stille, der Nachklang, wo, im inneren Raum, im äusseren? Ist das Nicht-Musik? Oder erst recht Musik? Was klingt da, wenn Instrumente schweigen? Yehudi Menuhin hat die Stille, mehr noch als die Musik, die eigentliche Weltsprache genannt.
Beruhigend, verheissungsvoll, stärker als man selbst: Für die Grösse der Musik, … mögen manche Kinder empfänglicher sein als andere. Aber wer weiss das vorher: „Es gibt Bereiche der Seele, die nur durch die Musik beleuchtete werden“, naht Zoltán Kodály gesagt. Und: „Die Musik gehört allen.“
(Donata Elschenbroich)

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